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Dieses Buch ist für Dich!

… Es ist Deine Geschichte. Sie lebt.

In kritischen Situationen lernen wir alle am meisten vom Leben. Das ging und geht auch mir selbst so, daher schildere ich Werte und Konflikte, die heute so aktuell sind wie damals. Die jungen Männer in den Kampfflugzeugen des Zweiten Weltkrieges sind für uns durch die Hölle gegangen. Hier wird es greifbar.

Geschichte, Krieg und Leid müssen sich nicht für uns wiederholen, wenn wir sie kennen, sehen, nachfühlen und dazu stehen. Darin liegt der Schlüssel für heute. »Helden« werden nicht geboren! Sie werden vom Leben geschrieben.

Unser Leben! Unsere Geschichte!

Ihr Dr. Manuel Wolf 

Autor Dr. Manuel Wolf

...(geb. 1957) hat zwölf Jahre lang weltweit intensiv undinvestigativ recherchiert. Man gewährte dem Autor Zugang zu ansonsten verschlossenen Privatarchiven. Er hat zahlreiche überlebende Pilotenund Zeitzeugen befragt. Zahllose Augenzeugenberichte wurden von ihm ausgewertet und mit historischen Fakten akribisch verglichen.

Luftkriegsexperten aus ganz Europa teilten mit ihm ihr Wissen und die Begeisterung zu diesem Thema, die er in diesem Werk festhält.

Manuel Wolf hat sein Buch »Luftkrieg über Europa 1939 – 1945: Die Angst im Nacken« seinem Vater Gottfried Wolf gewidmet, der als junger Jagdflieger in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz kam.

Dr. Manuel Wolf ist Autor des Buches Luftkrieg über Europa 1939-1945: Die Angst im Nacken, das jetzt auch als Kindle Edition erscheint. Die Fragen an den Autor stellte die freie Journalistin und Philosophin Marlies Dyk:

DirectDyk:

Herr Dr. Wolf, Sie sind Arzt von Beruf. Das ist ein anstrengender Beruf. Was hat Sie dazu bewogen, an einem solchen Projekt über so viele Jahre zu arbeiten?

Dr. Manuel Wolf:

Das Thema interessierte mich schon sehr lange. Aufschluss über meine Motive gibt unter anderem eine Passage im Vorwort über Oberst Walter Oesau, der in den Tod flog, nur um seinem Oberbefehlshaber Hermann Göring zu beweisen, dass er kein Feigling war. Göring hatte ihm das zuvor verächtlich unterstellt, nur weil er wegen hohen Fiebers ausnahmsweise an einem Einsatz nicht teilgenommen hatte, sondern im Bett blieb. Das hat mich tief berührt.
Anfangs war es eher ein loses Sammeln und Vergleichen von Ereignissen. Doch dann fand ich etwas, was mich sehr beschäftigt hat, so etwas wie den roten Faden, der sich in der Lektüre vieler Quellen wiederfand. Diese waren entweder unseriös publizistisch (wie auch manche Fernsehdokumentationen) oder oft so betont distanziert und trocken, dass kaum ein Anflug von Gefühlsregung gewagt worden war. Den menschlichen Tragödien, die sich im Zweiten Weltkrieg allerorten abgespielt haben, wird das aus meiner Sicht nicht gerecht.

DirectDyk:

Sie beschreiben in Ihrem Buch aber nicht nur diese Tragödien. Der Leser findet eine Fülle an geschichtlichen und technischen Informationen. Erklärt diese 360°-Sicht die nun mehr als 14 Jahre lange Arbeit an diesem Buch?

Dr. Manuel Wolf:

So ist es. Um etwas zu schaffen, was inzwischen als Standardwerk bezeichnet wurde, muss man sich schon auf den Hosenboden setzen, das kommt nicht von alleine so nebenbei. Natürlich will und soll ein Buch informieren. Mein Anspruch war es, jedem Interessierten etwas zu bieten: akribisch recherchierte Details für den historisch bereits versierten Sachkenner sowie Basiswissen für jeden, der sich erst mit der Materie zu beschäftigen beginnt. Ein kompletter Überblick über den Verlauf der Kampfhandlungen sowie deren innere Logik und Entscheidungshintergründe ebenso wie jede Menge Erfahrungsberichte, teilweise auch von Zeitzeugen. Dazu Originalfotos und Bilddarstellungen ausgewählter Luftkämpfe. Nicht zuletzt sollte das Buch ausgewogen sein und keinesfalls irgendetwas beschönigen oder verherrlichen, dennoch aber die Geschehnisse lebendig schildern – ein oft sehr schwieriger Spagat.

DirectDyk:

Sie sagen, dass die militärhistorischen Quellen den Ereignissen nicht gerecht werden. Was genau meinen Sie damit?

Dr. Manuel Wolf:

Das trifft nicht auf alle Quellen zu. Es ist inzwischen eine Tendenz zu einer differenzierteren Berichterstattung zu beobachten. Dennoch tendiert die Beurteilung in vielen Veröffentlichungen zu einer einseitigen und menschlich völlig un-einfühlsamen, politisch opportunen Sicht der Dinge, die an den damaligen Empfindungen der Beteiligten vorbeigeht. Nach dem Krieg wurden deutsche Piloten als Militaristen diffamiert, zu Nazis abgestempelt und hatten deshalb oft Schwierigkeiten, eine Anstellung zu bekommen. Dies alles, obwohl ein Gesetz aus der Zeit der Weimarer Republik, welches auch in NAZI-Deutschland gültig blieb, den deutschen Offizieren sogar ausdrücklich verboten hatte, Mitglied in einer Partei zu sein – auch in der nationalsozialistischen NSDAP. Major Günther Rall berichtet darüber und über die persönlichen Schwierigkeiten in seinem Lebensweg aus diesen Gründen. Das ist weitgehend unbekannt, viele Luftwaffenmitglieder der damaligen Zeit fühlen sich bis heute geächtet und verkannt. Nach der Veröffentlichung der ersten Auflage des Buches – damals noch nicht im Eigenverlag – erhielt ich Anrufe, da konnten ehemalige Jagdflieger mit Mühe ihre Tränen am Telefon unterdrücken, weil sie endlich das Gefühl hatten, einmal verstanden zu werden. Dafür hat sich die Mühe gelohnt.

Deutsche Piloten, die unzweifelhaft politisch auf der falschen Seite kämpften, werden in vielen journalistischen Berichten undifferenziert als Handlanger des Teufels abgeurteilt. De facto waren sie es, das ist keine Frage. Über die charakterliche Wertung von solchen Menschen wie Göring oder Hitler dürfte weitgehend Einigkeit bestehen. Allerdings möchte ich über die ehrbare Skrupelhaftigkeit von Männern wie Sir Arthur Harris, Sir Winston Churchill oder Josef Stalin an dieser Stelle auch nicht spekulieren. Dennoch gibt über die Motive der deutschen Jagdflieger ein Brief Aufschluss, der hier aus einer (im Übrigen hervorragenden und reflektierten) anderen Buchquelle auszugsweise entnommen wird. Ich lese Ihnen das gerne mal vor.

DirectDyk:

Wie sahen diese Motive der Piloten aus?

Dr. Manuel Wolf:

Der stellvertretend zitierte deutsche Jagdflieger erklärt, mit welcher inneren Haltung in der Luftwaffe gegen Kriegsende gegen eine hoffnungslose Übermacht gekämpft wurde. Es ging zu diesem Zeitpunkt nicht mehr um Ideologie, gar Fanatismus oder Heldentum. Auch nicht um bedingungslose Loyalität einer längst nicht mehr unkritisch gesehenen Führung gegenüber, obgleich Befehlsverweigerung selbstverständlich standrechtlich geahndet worden wäre und alleine schon daher gar nicht zur Debatte stand. Er schreibt:

„[…] wir waren voller Bereitschaft zum Einsatz. Dieser Enthusiasmus wurde bereits beim ersten Einsatz im Westen von Düsseldorf-Ratingen aus nachhaltig gedämpft durch das Erlebnis der zahlenmäßigen Überlegenheit des Gegners. Warum dennoch geflogen wurde? Es war weder Dummheit noch Arroganz, weder Überheblichkeit noch übertriebener Mut, oftmals mit den wenigen Flugzeugen im Westen Ende 1944 gegen die Übermacht der Bomber und die Hunderte von Feindjägern anzutreten. Wer aber nur ein einziges Mal als Jagdflieger eine noch brennende, zerstörte Stadt erlebt und in die erloschenen Augen der Überlebenden geschaut hatte, der dachte nicht mehr an die Ungleichheit und Aussichtslosigkeit des Kampfes – er flog weiter.“

Es ist mir ein Anliegen, verständlich zu machen , dass der tägliche Kampf ums Überleben und das verzweifelte Bedürfnis, die eigene Heimat zu schützen, eine solch reflektierte Sicht auf die politische Realität weitgehend unmöglich gemacht hat, wie sie uns heute mit all‘ dem nun verfügbaren Wissen selbstverständlich ist und wie sie viele Journalisten von diesen Männern in den damaligen Verhältnissen rückwirkend einfordern.

DirectDyk:

Ich danke Ihnen für das Gespräch.

Dr. Manuel Wolf:

Sehr gerne, ich danke Ihnen für’s offene Zuhören.